Eine Mitmachaktion in München: Korn mahlen
Eine Mitmachaktion in München: Korn mahlen

München: Bibelmuseen lockten 5000 Kirchentagsgäste

Aktionen, Originalfunde aus dem Heiligen Land und intensive Gespräche lockten rund 5000 Kirchentagsgäste zum gelungenen Auftritt deutscher Bibelmuseen beim Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai in München. Sie informierten sich im Zentrum Bibel über die Angebote der vier Museen in Frankfurt am Main, Meersburg, Neustadt an der Weinstraße und Nürnberg. Ein riesiges Foto des Meersburger Nomadenzeltes bildete die Kulisse für eine Aktionsfläche für Jung und Alt.

Die Museumsdirektoren Thea Groß, Meersburg, Gerd Rieger, Neustadt an der Weinstraße, Jürgen Schefzyk, Frankfurt am Main, und Petra Schnitzler, Nürnberg, berichteten über die Spezifika ihres jeweiligen Erlebnismuseums und luden zu einem Besuch ein.

Beim Ökumenischen Kirchentag 2010 konnten Besucherinnen und Besucher vielfach aktiv sein: Vor der als Nomadenzelt gestalteten Aktionsfläche war es möglich, durch aktive Teilnahme an Mitmachaktionen einen Einblick in den harten Alltag der biblischen Wandernomaden zu bekommen. Die Kirchentagsgäste konnten Wasser holen am Brunnen, Korn zu Mehl mahlen, musizieren mit Zimbeln, Flöten, Trommeln und Schofar-Hörnern, Schafwolle spinnen, sich mit einem Brautschmuck-Gesichtsschleier kleiden, an Salböl- und Nardenöl schnuppern oder Manna kosten.

Es gab Original-Krüge, Töpfe, Münzen, Öllämpchen und weitere Haushaltsgegenstände aus der Zeit Jesu zu bestaunen. Die Funde sind sonst im Frankfurter Bibelhaus Erlebnismuseum zu sehen. Ein Modell in der Größe 1:250 erlaubte einen detaillierten Einblick in den monumentalen Tempelbau des Königs Herodes ab 24 vor Christus. Zu den Originalen zählten eine byzantinische Getreidemühle aus dem 8. Jahrhundert, die bedient werden durfte, und in Vitrinen eine Aschera, aus Hebron aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, die als Hausgöttin vermutlich als weibliche Seite dem männlichen Gott Jahwe zugeordnet wurde. Dazu gab es Keramik  aus dem Nomadenalltag 1800 vor Christus und einen Grabfund südlich von Jerusalem aus der Zeit Jesu mit Alltagsgeschirr und Kosmetikzubehör zu bestaunen, dazu ein Münzhortfund mit 150 Münzen aus der römischen Zeit in Palästina.

Ein Tyrischer Schekel und die Kurfürsten-Bibel

Besondere Beachtung fand der Tyrische Schekel aus der Zeit Jesu, der mit dem Zeichen KP versehen auf eine Prägung in Jerusalem schließen lässt. Mit dem Gott Herakles/Melqart auf der Vorderseite verweist die Münze auf die tiefen Spannungen zwischen den religiösen Gesetzen und den Bestimmungen der römischen Machthaber hin. Der Schekel musste als Tempelwährung in Jerusalem von jedem Pilger durch Wechsel der eigenen Münzen erworben werden.

Eine wertvolle „Kurfürsten-Bibel" aus dem Bibelmuseum Neustadt war ebenfalls zu sehen. In der Bibel,  in Nürnberg im Jahr 1656 von Wolfgang Endter gedruckt und mit Kupferstichen ausgeschmückt, durfte sogar geblättert werden - allerdings nur mit Hilfe von weißen Handschuhen. Das Interesse von Jung und Alt war überwältigend.


Weitere Informationen unter www.deutschebibelmuseen.de 

Thea Groß am Stand der Bibelmuseen
Thea Groß am Stand der Bibelmuseen
Deutsche Bibelmuseen auf dem Kirchentag in München.
Deutsche Bibelmuseen auf dem Kirchentag in München.
english